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PROGRAMM

Freitag, 7. Juni 2024

  • 09:00 Ankommen und Registrierung

  • 10:00 Eröffnung

  • 10:30 Vortrag
    Wunden in der Kunst und was sie vermitteln: Eine Übung im vergleichenden Sehen.

    #Kunst #Geschichte #Wahrnehmung

    Eilig skizziert oder präzise beschrieben, symbolisch aufgeladen oder eingebettet in Erzählung: Die Darstellung von Wunden in der Kunst ist so vielfältig wie die künstlerischen Praktiken selbst. Dabei vermittelt die Diversität der Darstellungen Unterschiede in der Wahrnehmung und im Umgang mit Wunden. Mithilfe der Bilder anderer Zeiten und Kulturen, kann es uns so gelingen, unsere eigene Gewohnheiten zu hinterfragen. Als Vortrag und Betrachtungsübung, will diese Intervention zeigen, wie Kunst neue Möglichkeitsräume im Denken und Handeln eröffnen kann.

    KLAUS SPEIDEL
    ist Kunsttheoretiker, -kritiker und Kurator und lehrt in Wien. Für das Dommuseum kuratierte er gemeinsam mit Johanna Schwanberg die Ausstellung »Zeig mir deine Wunde«.
  • 11:30 Gespräch
    Digitale Medizin in Österreich: Ist Vernetzung der Schlüssel zur Zukunft?

    #Telemedizin #Digitalisierung #Gesundheitspolitik

    Die österreichische Regierung hat einen großen Plan: Digitale Medizin soll überall Einzug halten. An verschiedenen Stellen wird bereits getestet, wie digitale Technologien zum Beispiel dabei helfen können, die Gesundheitsversorgung von Menschen mit chronischen Wunden zu verbessern. Sie unterstützen beispielsweise die Zusammenarbeit der Personen, die sich um die Patient:innen kümmern, indem sie Vernetzung über weite Distanzen ermöglichen. Doch im Moment gibt es nur vereinzelte Projekte, die zeitlich begrenzt und auch nicht miteinander vernetzt sind. Wir wollen diskutieren, was diese Projekte voneinander lernen können und was das alles für die langfristige Strategie der Regierung bedeuten kann. Wir legen dabei besonders Augenmerk auf den Weg, den diese Projekte bereits hinter sich haben, und was wir daraus für den allgemeinen Nutzen von digitaler Medizin lernen können.

    ALEXANDER DEGELSEGGER-MÁRQUEZ
    ist an der Gesundheit Österreich GmbH für Digitale Gesundheit und Innovation zuständig. Er beschäftigt sich aktuell mit der eHealth-Strategie und Gesundheitsdaten-Infrastrukturen in Österreich.
    ANGELIKA RZEPKA
    forscht am AIT Austrian Institute of Technology zu innovativen digitalen Versorgungsprozessen. Sie unterstützt Partner:innen aus dem Gesundheitswesen bei der Implementierung neuer Technologien und der Überführung derer in die Routineversorgung.
    KAROLINE KINSKY
    ist Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie Wundmanagerin in Salzburg. Sie ist Gründerin des Netzwerks »wundlos glücklich«, welches sich für eine Vernetzung von interdisziplinären Berufsgruppen rund um ganzheitliche Wundversorgung engagiert.
    ELISABETH KLAGER
    ist Direktorin des Ludwig Boltzmann Institute Digital Health and Patient Safety. Sie erforscht durch partizipative Methoden, wie Patient:innen und Gesundheitsberufe digitale Gesundheitsangebote entwickeln und nutzen können.
    RAFFAEL HIMMELSBACH (Moderation)
    ist Co-Direktor und Open Innovation in Science Manager der SHoW-Forschungsgruppe. Er verantwortet die Geschäftsführung, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, sowie der Arbeitsbereich Co-Creation.
  • 13:00 Mittagspause

  • 13:45 Ankündigungen

  • 14:00 Gespräch
    Scham- und Schuldgefühlen in der Gesundheitskommunikation begegnen

    #Gefühle #Vorurteile #Kommunikation

    Der Schlüssel für eine erfolgreiche medizinische Behandlung ist eine Kommunikation, die zum einen empathisch ist und zum anderen das fachlich fundierte Wissen vom Gesundheitspersonal an Patient:innen übermittelt. So steigt nicht nur die Zufriedenheit von Patient:innen und medizinischem Personal, sondern neben der Effizienz der Behandlung auch das körperliche und seelische Wohlbefinden der Patient:innen. Gerade Menschen mit chronischen Wunden sind häufig mit Scham- oder Schuldgefühlen konfrontiert – und hierbei ist es besonders wichtig, dass sie von ihrem Umfeld sowie von medizinischem Personal ernst genommen und verstanden werden. So lassen sich Vorurteile und Stigmatisierung vermeiden. In unserer Diskussionsrunde erarbeiten wir, wie Scham und Schuld bei bestimmten Erkrankungen und Armut entstehen können und wie wichtig ein sensibler Umgang auf persönlicher, beruflicher und öffentlicher Kommunikationsebene ist, um Stigmatisierung entgegen zu wirken.

    HANNELORE
    hat selbst Erfahrungen als Betroffene von chronischen Wunden gemacht. Sie wird uns wertvolle Einblicke in
    die Erfahrung von Behandlungen geben und ihre Perspektive und Wünsche mit uns teilen.
    CHRISTINE SALLINGER
    ist Mitglied im Koordinationsteam der »Armutskonferenz« und engagiert sich bei »Sichtbar werden«, einer Plattform von Menschen mit Armutserfahrung. Sie referiert und publiziert zum Thema Armutsbetroffenheit.
    JOHN SCHLÖMER
    ist Psychologe und beim Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und -system der Gesundheit Österreich GmbH tätig. Er arbeitet an Kommunikationstrainings für Gesundheitsberufe.
    SANDRA STUIBER-POIRSON
    ist die organisatorische Leitung des neunerhaus Gesundheitszentrum in Wien. Sie setzt sich für die Gesundheitsversorgung von obdach- und wohnungslosen sowie nichtversicherten Menschen ein.
    KATHRIN MORASEK (Moderation)
    arbeitet bei der SHoW-Forschungsgruppe und am Ludwig Boltzmann Institut für Arthritis und Rehabilitation. In ihrer Doktorarbeit entwickelt sie Methoden zur epidemiologischen Erfassung von chronischen Erkrankungen.
  • 14:00 Workshop
    Wie nutzlose Behandlungskonzepte über Bord geworfen werden

    #Evidenz #Qualität #Implementierung

    Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. In diesem Workshop widmen wir uns Therapien und Maßnahmen, die nicht helfen, obwohl sie von medizinischer Seite verordnet wurden. Gemeinsam nähern wir uns dem Fachbegriff »Low-value Care«. Anhand von Beispielen ergründen wir gemeinsam, welche Auswirkungen solche Maßnahmen auf Patient:innen und das Gesundheitssystem haben. Und wir fragen, warum solche Therapien trotz schlechtem Nutzen nicht aus der medizinischen Praxis verschwinden. Dieser Workshop ist ideal für Fachpersonen im Gesundheitswesen, die in ihrer Arbeit wirklich etwas bewirken wollen. Zugleich bestärkt er Patient:innen und Angehörige darin, sinnlose Behandlungsmethoden mit guten Argumenten zu hinterfragen.

    INGRID ZECHMEISTER-KOSS
    ist Gesundheitsökonomin und stellv. Leiterin des Österreichischen Instituts für Health Technology Assessment. Sie analysiert, inwiefern Dienstleistungen im Gesundheitssystem nützlich sind oder nicht.
    RAFFAEL HIMMELSBACH
    ist Co-Direktor und Open Innovation in Science Manager der SHoW-Forschungsgruppe. Er verantwortet die Geschäftsführung, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, sowie der Arbeitsbereich Co-Creation.
  • 15:15 Gespräch
    Wissenschaft trifft Alltag: Wie uns gemeinsame Forschung weiter bringt

    #Partizipation #Einbindung #Forschung

    In ärztlicher Behandlung zu sein bedeutet nicht nur, sich in die Hände von Profis zu begeben, sondern man leistet auch selbst einen Beitrag zur eigenen Gesundheit. Dabei ist es wichtig, mit in ärztliche Entscheidungen einbezogen zu sein: Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, bei Entscheidungen rund um ihre Gesundheit und Pflege mitzureden. Dieser Austausch stärkt die Zusammenarbeit zwischen Betroffenen und Gesundheitsprofis und kann so die Versorgung verbessern. Doch auch für die Wissenschaft ist diese Einbindung von Betroffenen wichtig. Durch ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Gesundheitskontext, könnten Betroffene einen wichtigen Beitrag in der Forschung leisten, denn sie können Forschung verständlicher, relevanter und anwendbarer zu machen. Doch der Weg dorthin ist nicht immer einfach und manchmal bleibt die echte Einbindung auf der Strecke. Wir wollen diese Hindernisse aufdecken und diskutieren, wie wir sie überwinden können. Gemeinsam mit Menschen aus gelungenen Forschungsprojekten sprechen wir über ihre Erfahrungen und ihr Verständnis von echter Einbindung in Forschung und Gesundheitswesen.

    PETER KÜHNBERGER
    hat Politikwissenschaft und Soziologie studiert und ist Geschäftsführer von Dialogplus. Er konzipiert, moderiert und verwirklicht Beteiligungsprojekte, ist publizistisch und als Lektor tätig.
    MATHIEU MAHVE-BEYDOKHTI
    Ludwig Boltzmann Open Innovation in Science Center
    DANIELA ROJATZ
    ist promovierte Soziologin und Trainerin der Erwachsenenbildung. Sie bei der Gesundheit Österreich GmbH tätig und beschäftigt sich mit Patient:innenbeteiligung in Praxis- und Strategieentwicklung.
    VERONIKA WÖHRER
    ist Professorin für Bildung und Ungleichheit an der Universität Wien und leitete mehrere Forschungsprojekte, in denen partizipativ mit Kindern und Jugendlichen geforscht wurde.
    DEBORAH DRGAC (Moderation)
    arbeitet als Sozialwissenschaftlerin für die SHoW-Fprschungsgruppe, wobei sie sich mit der informellen Versorgungsstruktur chronischer Wunden in Österreich befasst. Darüber hinaus verfasst sie ihre Doktorarbeit zu sozialen und politischen Aspekten des Gesundheitssystems.
  • 15:15 Workshop
    Vom Kopf in den Körper: Bewegung und Wahrnehmung neu entdecken

    #Bewegung #Körper #Gefühle

    Viele von uns haben verlernt, in engen Kontakt mit ihrem eigenen Körper zu treten. Wie können wir das feine Gespür für uns selbst wiederentdecken, besonders wenn der Alltag oft von Denkarbeit und Vernunft bestimmt wird? Es kann so bereichernd sein, auf die eigenen körperlichen Empfindungen zu hören und ihnen zu vertrauen. In unserem Workshop legen wir die rationalen Gedanken einmal zur Seite und richten unsere Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung unseres Körpers. Wir erkunden mit Neugier: Wie fühlt sich mein kleiner Zeh an? Wie finden wir zu unserer eigenen Bewegungsfreude? Welche Rolle spielt dabei Entspannung? Beginnend mit einfachen Übungen, führt dieser Workshop alle zu einem gemeinschaftlichen Bewegungserlebnis. Sie brauchen keine vorherige Erfahrung und keine bestimmte Kleidung – kommen Sie einfach so, wie Sie sind!

    AMELIE MALLMANN
    ist Anleiterin für heilpädagogischen Tanz und Tanzpädagogin. Sie hat sich der Aufgabe verschrieben, Freude an der Bewegung zu fördern und dadurch neue Zugänge zum Körper zu finden.
  • 17:00 Networking-Basar

    #Vernetzung #Institutionen #Kennenlernen

    Wir haben verschiedene Gruppen, Projekte und Organisationen eingeladen, die sie kennen sollten. Sie beschäftigen sich mit chronischen Wunden oder auch mit Fragen, die mit chronischen Wunden in Verbindung stehen – wie etwa dem Älterwerden, oder dem Informationsaustausch zwischen Betroffenen und Forschung. Lernen Sie bei einem geführten Rundgang alle Akteure kennen und erfahren, wofür sich diese engagieren. Danach haben Sie die Gelegenheit, die Stationen individuell zu erkunden, professionelle Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Gästen auszutauschen.

  • 18:00 Ausstellungsrundgang
    »Die offene Wunde«

    #Fotografie #Kunst #Depressionen

    Wenn jemand eine chronische Krankheit hat, beeinflusst sie oft das ganze Leben, selbst wenn man äußerlich nichts davon merkt. Es fühlt sich an, als ob die Krankheit alles kontrolliert. Man kann nur lernen, damit zu leben. Das gilt auch für einige psychische Krankheiten. In der Fotoausstellung zeigt der Künstler Jakob Tress, wie er seine eigene Krankheit erlebt: die wiederkehrende depressive Störung. Die Fotos hat er während eines Aufenthalts auf den Azoren mit dem befreundeten Künstler Leon Billerbeck gemacht. Für »WUNDE PUNKTE« präsentiert Tress eine Auswahl dieser Bilder und begleitet sie mit einem Text. So gewährt er Einblicke in seine Gedanken und wie er die Welt um sich herum wahrnimmt. Manchmal ist sein Blick unscharf oder unsicher. Dann wieder klar und fokussiert. Sein Kunstwerk zeigt, dass psychische Krankheiten manchmal ähnlich langwierig und tiefgreifend sein können wie körperliche Wunden.


    Fotografien: Jakob Tress und Leon Billerbeck, 22x 40x60cm und 6x 60x80cm, Plattendirektdruck auf Hartschaumplatte, Alu-Bilderrahmen in matten Schwarz. Künstlerischer Text: Jakob Tress. Wien, 2024
    JAKOB TRESS
    studierte Fotografie an der Bauhaus-Universität Weimar. In seinen Arbeiten ergründet er menschliche Gefühle und ihre wechselseitige Beziehung mit der natürlichen und gebauten Umwelt.
  • 18:45 Tanz-Performance
    »process of a braced wound healing«

    #Tanz #Performance #Wundheilung

    Lea Karnutsch erkundet in dieser Solo-Performance die tänzerischen Spuren von Grete Wiesenthal, einer einflussreichen Wiener Tänzerin des frühen 20. Jahrhunderts. Sie interpretiert Wiesenthals markante Technik als das Aufreißen einer alten Wunde und erforscht diese aus heutiger Perspektive. Die Performance entstand 2023 für die Produktion »Glückselig. War gestern, oder?«. Für »WUNDE PUNKTE« hat Karnutsch sie weiterentwickelt, nachdem sie Gespräche mit der Ludwig Boltzmann Forschungsgruppe geführt hat. Die Tänzerin hat sich in ihrer Recherche mit den biologischen und sozialen Prozessen befasst, die chronische Wunden begleiten. In der Choreografie spürt sie dem Spannungsfeld körperlicher, psychischer und gesellschaftlicher Faktoren nach. Die Performance beleuchtet somit nicht nur die Biologie chronischer Wunden, sondern kritisiert auch die sozialen Herausforderungen, mit denen betroffene Menschen in unserer Gesellschaft konfrontiert sind.

    Choreografie und Tanz: Lea Karnutsch Musik: Refugium und Circumnavigation von Ferdinand Doblhammer (Moosiqunt) Aufnahmen: Refugium bei Simply Deep (UK), Circumnavigation (unreleased), beide 2020
    LEA KARNUTSCH
    hat klassischen und zeitgenössischen Tanz an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien studiert. Sie erforscht in ihrer künstlerischen Praxis neue und innovative Formen der Bühnenperformance.
  • 19:00 Festliches Buffet und Party

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Samstag, 8. Juni 2024

  • 09:00 Ankommen und Registrierung

  • 10:00 Vortrag
    Zum komplizierten Verhältnis von Care, Erwerbsarbeit und Einkommen

    #Systemfrage #Carearbeit #Politik

    In den bestehenden Strukturen zur Behandlung chronischer Wunden zeigen sich systemische Probleme. So gibt es große Hierarchien zwischen Personen und Institutionen, die in der Pflege von Menschen mit chronischen Wunden wichtig sind. Es handelt sich um vertraute Hierarchien, wie sie gesamtgesellschaftlich zwischen un- bzw. schlechtbezahlten Sorgetätigkeiten und marktfähiger Erwerbsarbeit bestehen. In ihrem Vortrag erläutert Margit Appel, wie ein Gesellschaftssystem, das vielfältige Formen der Care-Arbeit und öffentliche Güter „kannibalisiert“ (Nancy Fraser), reformierbar wäre. Veränderungen in der Einkommensverteilung und der Einkommenserzielung sind dafür zentral. Damit könnte es gelingen, dass sowohl Menschen, die Pflege in Anspruch nehmen müssen, als auch diejenigen, die Pflege leisten, die Ressourcen erhalten, die sie brauchen. Care-Arbeit insgesamt würde in ihrer Rolle für das Gemeinwohl deutlicher anerkannt.

    MARGIT APPEL
    studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Frauenforschung. Sie ist freie Referentin und Autorin, forscht zu Verteilungsfragen und zum Bedingungslosen Grundeinkommen.
  • 10:30 Gespräch
    Bereit für die Zukunft? Qualifikationen im Gesundheitswesen neu betrachtet

     #Arbeitsmarkt #Qualifikationen #Pflegezukunft

    Der Mangel an spezialisierten Arbeitskräften und die zunehmend ältere Bevölkerung stellen unser Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. Dies wirft entscheidende Fragen auf: Sind bestehende Berufe zukunftstauglich? Welches Personal wird das Gesundheitswesen zukünftig benötigen? Und wie wird die Zusammenarbeit zwischen den Berufen ausschauen? Anhand des Beispiels der Wundversorgung schauen wir uns um in Europa, diskutieren Erfahrungen und Hürden anderer Gesundheitsmodelle, um dann den Fokus auf die Situation in Österreich zu richten. Wir sprechen über Ausbildungsmodelle und die Rolle von effizienter Kooperation im medizinischen Sektor. Abschließend werden wir erörtern, welche Mischung an Fähigkeiten erforderlich ist, um den steigenden Bedürfnissen in der Behandlung chronischer Wunden gerecht zu werden und eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.

    ANJA ALTINGER
    ist Community Nurse und Wundmanagerin in Hollabrunn. Sie sieht sich als Gesundheits(system)lotsin und ihr ist eine enge Kooperation zwischen Patient:innen und anderen medizinischen Fachpersonen wichtig.
    VLASTIMIL KOZON
    ist Pflegewissenschaftler und lehrt in Wien. Als Präsident des Vereines Wunddiagnostik und Wundmanagement setzt er sich für bessere Arbeitsbedingungen von Pflegefachkräften ein.
    PETER KURZ
    Ist Geschäftsführer der WPM Wund Pflege Management GmbH und Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Wundbehandlung. Er plädiert für einen ganzheitlicheren Ansatz in der Wundbehandlung.
    SEBASTIAN PROBST
    ist Professor für Wundpflege und ehemaliger Präsident der Europäischen Wundfachgesellschaft. Er erforscht, wie professionelle Wundpflege in der Zukunft aussehen kann.
    ERIKA ZELKO
    leitet das Institut für Allgemein- und Familienmedizin an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Sie veröffentlicht außerdem im Bereich Palliativversorgung und Gesundheitsorganisation und engagiert sich in diversen Vereinigungen.
    CONNY SCHNEIDER (Moderation)
    ist Wissenschaftskommunikatorin und somit das kommunikative Bindeglied zwischen der SHoW-Forschungsgruppe und der Öffentlichkeit. Sie promovierte über die Regeneration von Knorpelgewebe.
  • 11:45 Gespräch
    Gesundheit für alle: Chronisch krank sein unter schwierigen Lebensumständen

    #Armut #Obdachlosigkeit #Selbstversorgung

    Menschen, die von Armut betroffen sind, eine unzureichender Sozialversicherung haben oder obdachlos sind, haben oft auch Schwierigkeiten mit medizinischer Versorgung. Stigmatisierung und andere Barrieren erschweren den Zugang zu Gesundheitsdiensten. Durch Herausforderungen des täglichen (Über-)Lebens können sie außerdem oft nicht regelmäßig medizinische Betreuung wahrnehmen. Das ist insbesondere dann ein Problem, wenn sie mit chronischen Krankheiten leben. Daher ist es wichtig, dass Sozialorganisationen Unterstützung und Material für Selbsthilfe anbieten können. In dieser Diskussionsrunde werden Expert:innen aus Sozialorganisationen und Forschung Beispiele mitbringen, wie sie die Selbstversorgung bei Menschen mit chronischen Erkrankungen und schwierigen Lebensbedingungen stärken wollen. Zusammen werden wir Strategien sammeln, um Forschungslücken zu identifizieren und die Gesundheitspolitik über dringende Bedürfnisse zu informieren.

    AJOKI KALO
    ist Teamleiterin der Gesundheits- und Krankenpflege und Pflegetherapeutin für Wunde, Kontinenz und Stoma im Neunerhaus Gesundheitszentrum Wien. Sie setzt sich für die Gesundheitsversorgung von obdachlosen und nichtversicherten Menschen ein.
    MONIKA STARK
    ist ärztliche Leiterin des Louisebusses, einer mobilen medizinischen Versorgung der Caritas in Wien sowie Gründerin einer international vernetzen organisationsübergreifenden medizinischen Gesellschaft für Straßenmedizin.
    TOBIAS SCHIFFLER
    promoviert in der Abteilung für Sozial- und Präventivmedizin der Medizinischen Universität Wien. Er forscht zu Gesundheitsverhalten und Prävention für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen.
    MARIE NIEDERLEITHINGER (Moderation)
    koordiniert die Open-Innovation-Aktivitäten der SHoW-Forschungsgruppe. Sie ist Biochemikerin und bringt sich auch in der Wissenschaftskommunikation ein.
  • 13:00 Mittagspause

  • 13:45 Ankündigungen

  • 14:00 Workshop
    Designmethoden in der Forschung nutzen: Wie geht das?

    #Design #Methodik #Gesundheitskommunikation

    Wer der Kreativität freien Lauf lassen darf, kann überraschende Ergebnisse erhalten. Im Workshop gehen wir eine Fragestellung aus der Gesundheitskommunikation einmal ganz offen an. Wir orientieren uns an dem Ansatz Design Thinking. Bei diesem werden alle Personengruppen, die einen Nutzen haben sollen, in die Entwicklung eingebunden. Die Workshop-Leiter:innen stellen Methoden und Materialien aus eigenen Entwicklungsprozessen bereit. Anhand derer bearbeiten wir in zwei Gruppen die Frage, wie Gesundheitsinformationen die Lage von betroffenen Menschen verbessern können. Dabei denken und fühlen wir uns in die Thematiken chronische Wunden sowie Endometriose hinein. Unser Ziel ist es, gemeinsam einen ersten Eindruck zu bekommen, wie die Design-Methoden funktionieren. Die Moderator:innen geben außerdem Hinweise dazu mit auf den Weg, was es für einen vollständigen Entwicklungsprozess bräuchte.

    EDITH FLASCHBERGER
    arbeitet im Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und -system der Gesundheit Österreich GmbH. Sie beschäftigt sich damit, wie Gesundheitsinformationen verständlicher, zugänglicher und evidenzbasierter werden können.
    NINA LORENZONI
    forscht im Bereich Public Health an der UMIT Tirol. Sie interessiert sich für partizipative Forschung und leitete das co-kreative Projekt Informendo, das den Informationsbedarf zu Endometriose untersuchte.
    MARIE NIEDERLEITHINGER
    koordiniert die Open-Innovation-Aktivitäten der SHoW-Forschungsgruppe. Sie ist Biochemikerin und bringt sich auch in der Wissenschaftskommunikation ein.
  • 14:00 Workshop
    Werkstatt Gesundheitsförderung: Wie man eine gute Idee in die Tat umsetzt

    #Praxis #Methoden #Gesundheitsförderung

    Wussten Sie, dass in Österreich bisher kaum spezielle Maßnahmen zu Gesundheitsförderung für Menschen mit chronischen Wunden umgesetzt wurden? Dabei gäbe es viele hilfreiche Konzepte, wie zum Beispiel die Aufklärung über Krankheitsursachen, die Unterstützung bei der Selbsthilfe oder das Aufzeigen von hilfreichen Umgebungsressourcen. In unserem Workshop verschaffen wir Ihnen daher einen Überblick über die Entwicklung und die Kernideen der Gesundheitsförderung und wie diese in die Praxis überführt werden können. Wir schauen uns Beispiele von gelungenen Gesundheitsförderungsprojekten an und diskutieren mögliche Ansatzpunkte für derartige Projekte im Kontext chronischer Wunden. Außerdem zeigen wir Wege auf, wie Sie Unterstützung und finanzielle Mittel für Ihre Gesundheitsprojekte bekommen können.

    KARL KRAJIC
    ist Privatdozent an der Universität Wien und Sozial- und Gesundheitswissenschaftler im Bereich Gesundheits- und Medizinsoziologie. Er forscht und lehrt z.B. zu Gesundheitsförderung in Krankenbehandlung und Pflege.
    KATHRIN MORASEK
    arbeitet bei der SHoW-Forschungsgruppe und am Ludwig Boltzmann Institut für Arthritis und Rehabilitation. In ihrer Doktorarbeit entwickelt sie Methoden zur epidemiologischen Erfassung von chronischen Erkrankungen.
  • 15:30 Workshop
    Care in Community gemeinsam gestalten

    #Selbsthilfe #Empowerment #Unterstützung

    Chronisch krank zu sein erfordert oft, sich ein Netzwerk menschlicher Nähe und Unterstützung aufzubauen. Doch leider gibt es dafür nicht immer die notwendigen Rahmenbedingungen. In unserem Workshop werden wir uns anschauen, welche gesellschaftlichen Hürden es für Betroffene und ihre Familien gibt und wie man gemeinschaftliche Unterstützungsnetzwerke aufbauen kann. Sie erhalten Einblicke in erfolgreiche Community-Care-Projekte und erfahren, wie solche unterstützenden Gemeinschaften für Menschen mit chronischen Erkrankungen hilfreich sein können. Außerdem bietet der Workshop die Chance, Ihre Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu diskutieren, wie wir das soziale Miteinander im Kontext der Gesundheitsversorgung stärken können.

    LAURA SOYER
    Laura Soyer ist Kultur- und Sozialanthropologin und ist im Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und -system der Gesundheit Österreich GmbH tätig. Sie beschäftigt sich mit Partizipation und sozialer Innovation.
    SILVIA WOJCZEWSKI
    ist Kultur-und Sozialanthropologin und arbeitet an der Medizinischen Universität Wien, Abteilung Primary Care Medicine. Sie beschäftigt sich mit Diversität und intersektionaler Diskriminierung im Gesundheitssystem.
    DEBORAH DRGAC
    arbeitet als Sozialwissenschaftlerin für SHoW, wobei sie sich mit der informellen Versorgungsstruktur chronischer Wunden in Österreich befasst. Darüber hinaus verfasst sie im Rahmen des Projektes ihre Doktorarbeit zu sozialen und politischen Aspekten des Gesundheitssystems.
                                                        
  • 15:30 Gespräch
    Künstlerische Forschung: Wie können durch Kunst neue Erkenntnisse entstehen?

    #Kunst #Wissenschaft #Erkenntnis

    Forschung durch Kunst eröffnet neue Möglichkeiten und Perspektiven für das Thema Gesundheit. Wenn wir künstlerische Methoden einsetzen, verknüpfen wir verschiedene Ebenen des Wissens und des Verstehens. Alle Sinne können angesprochen werden, was in der Gesundheitsforschung bisher selten genutzt wird. In dieser Gesprächsrunde wollen wir Ihnen das Konzept der Künstlerischen Forschung im Zusammenhang mit Gesundheit vorstellen. Dazu werden einige Forschende von ihren Erfahrungen berichten und Projekte vorstellen. Danach diskutieren wir Fragen wie: Wie können Kunstformen dabei helfen, die Erlebnisse von Menschen im Gesundheitssystem aufzugreifen und widerzuspiegeln? Sollten künstlerische Ausdrucksformen genutzt werden, um eine Brücke zwischen Wissenschaft und Lebenswelten zu schlagen?

    ARNO BÖHLER
    lehrt Ästhetik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie Philosophie an der Universität Wien. In seinen Forschungsprojekten nutzt er kunstbasierte Methoden, um philosophisches Wissen zu generieren.
    BARB MACEK
    promovierte in Art & Science an der Universität für angewandte Kunst Wien. Im Fokus ihrer transdisziplinären künstlerischen Forschung stehen Fragen zur existenziellen Bedeutung von Schmerz und Autoimmunität.
    ROSE KAUFHOLD
    vereint Neuroforschung, Sprach- und Informationstechnologie, Musik und Philosophie. Sie erschafft multimediale Performances, Installationen und Forschungsarbeiten mit Zugang zu Krankheit und Gesundheit.
    LEA KARNUTSCH
    hat klassischen und zeitgenössischen Tanz an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien studiert. Sie erforscht in ihrer künstlerischen Praxis neue und innovative Formen der Bühnenperformance.
    GABRIEL DÖRNER (Moderation)
    ist in der SHoW-Forschungsgruppe für Kommunikations- und Veranstaltungsmanagement zuständig. In seinem Studium beschäftige er sich mit künstlerischer Forschung und der Verknüpfung von Kunst und Wissenschaft.
  • 17:00 Abschluss-Empfang

Kontakt

Gabriel Dörner, BA MA

Kommunikation und Eventmanagement

ta.ca.gbl@renreod.leirbag

Raffael Himmelsbach, PhD

Co-Direktor, Open Innovation Manager

ta.ca.gbl.amuart@hcabslemmih.leaffar